Am Freitag jährt sich der Geburtstag der Dieburger Ehrenbürgerin Nelly Rodi zum einhundertsten Mal. Rodi, geboren am 16. Februar 1918, starb im Alter von 87 Jahren am 15. April 2004. Nach ersten Kontakten im Sommer 1974 unterschrieb sie am 2. Mai 1975 als Bürgermeisterin Aubergenvilles gemeinsam mit dem damaligen Dieburger Bürgermeister Ludwig Steinmetz die Verschwisterungsurkunde.

Diese Partnerschaft gehörte zu den letzten Amtshandlungen von Bürgermeister Steinmetz, der noch im selben Jahr nach 30 Jahren in den Ruhestand ging. Wiederum zehn Jahre später erhielt Rodi für ihren Einsatz um die Völkerverständigung die Ehrenplakette der Stadt Dieburg. Im Mai 2005, zum 30jährigen Verschwisterungsjubiläum, wurde nach ihr die kleine Grünanlage am Kreisverkehrsplatz Aubergenviller Allee/Rheingaustraße benannt. In diesem Jahr wurden am Fastnachtssonntag auf dem Kreisel die Wappen der Partnerstädte im Beisein von Gästen aus den Partnerstädten eingeweiht. Anschließend traf man sich zum Mittagessen in der Römerhalle und zur anschließenden Proklamation des Dieburger Prinzenpaares. Rodi, Mutter zweier Kinder, war von 1965 bis 1971 Mitglied des Rates der Stadt Aubergenville. Von 1971 bis 1989 leitet sie schließlich die Geschicke der Stadt als Bürgermeisterin. In der Zeit zwischen 1973 und 1992 war sie stellvertretende Landrätin und von 1986 bis 1995 Senatorin für den Kreis Yvelines. Hohe Ehren wurden ihr zuteil als sie 1996 von Jacques Chirac als Ritterin der Ehrenlegion im Elysée-Palast ausgezeichnet wurde. Rodi und Steinmetz trugen 1975 mit der Unterzeichnung der Verschwisterungsurkunde mit einem kleinen Baustein zum Fundament der Völkerverständigung zwischen Frankreich und Deutschland bei. Wenige Jahre nach Ende des II. Weltkriegs nahm diese friedenstiftende Entwicklung ihren Anfang und sie gewann seitdem immer mehr an Dynamik. Als Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichneten, dauerte es noch ein wenig bis Aubergenville und Dieburg dann 1975 zum Zuge kamen. Seitdem haben unzählige offizielle und inoffizielle Begegnungen stattgefunden: Schulen, Parteien, Sport- und Karnevalsvereine, Chöre, Feuerwehren und interessierte Bürger und Bürgerinnen suchten und suchen bis heute immer wieder den Kontakt zueinander. Die Intensität dieser Begegnungen geht dabei weit über das bloße touristische Interesse hinaus. Es ist die wertvolle Mischung aus offizieller Begegnung und persönlicher Beziehung, die diese Städtepartnerschaft prägt und die sie zum Beispiel dafür macht, wie Bürger die Integration Europas auf lokaler Ebene gestalten und vorantreiben. Die Verschwisterung zwischen den Partnerstädten hat sich in den vergangenen 43 Jahren zu einer echten Freundschaft entwickelt, die nicht nur zwischen den Verwaltungen und den Gremien, sondern vor allem zwischen Bürgerinnen und Bürgern besteht. Heute sind diese persönlichen Beziehungen, die auch durch unsere Städtepartnerschaft entstanden sind, stabile Basis und Garant für einen dauerhaften Frieden in Europa.


NellyRodi

Nelly Rodi


Aubergenville

Die Gäste aus den Partnerstätten Aubergenville und Mladá Boleslav


MladaBoleslav

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