Friedhof

Gemeinsam an Sternenkinder erinnern


Der Beginn der Adventszeit ist für viele Familien, die ein Kind verloren haben, eine besonders sensible Phase. Um einen Ort des Erinnerns, des Austauschs und des liebevollen Gedenkens zu schaffen, lädt die Stadt Dieburg gemeinsam mit dem Sternenkinderzentrum Odenwald e.V. auch in diesem Jahr zur weihnachtlichen Schmückaktion am Sternenkindergrab ein. Die Aktion findet am Samstag, 29. November 2025, ab 14 Uhr auf dem Dieburger Friedhof statt. Alle Eltern, Geschwister und Angehörigen, die ein Sternenkind im Herzen tragen, sind eingeladen, den Weihnachtsbaum und das Gemeinschaftsgrab mitzugestalten – sei es mit eigenen Christbaumkugeln, kleinen Deko-Artikeln oder Lichterketten, die gerne selbst mitgebracht werden können. 

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 3.000 Kinder vor oder kurz nach der Geburt – und für betroffene Familien ist das Fehlen gerade in der Weihnachtszeit besonders spürbar. Die positive Resonanz der vergangenen Jahre auf das Schmücken des Sternenkindergrabes auf dem Dieburger Friedhof hat gezeigt, wie wichtig ein Ort ist, an dem Trauer und Gedenken ihren Raum finden dürfen. „Es berührt mich jedes Jahr aufs Neue zu sehen, mit wie viel Liebe und Begeisterung Eltern, Geschwister und Großeltern den Weihnachtsbaum schmücken – mit Kugeln, die die Namen ihrer Sternenkinder tragen“, erklärt Gabi Mehr vom Friedhofsamt der Stadt Dieburg, die diese Aktion organisiert und begleitet, und meint weiter: „Während wir gemeinsam dekorieren, trinken wir heißen Tee oder Kinderpunsch und es entstehen ganz automatisch Gespräche – mal ruhig und tiefgehend, mal fröhlich und voller Lachen. Die Mischung aus Austausch, Wärme und Leichtigkeit macht diese Zeit zu etwas wirklich Besonderem.“ 

So wird das Sternenkindergrab, das 2007 in der Nähe der Trauerhalle angelegt wurde, jedes Jahr durch die vielen persönlichen Erinnerungsstücke in der Adventszeit zu einem warmen, tröstlichen Lichtpunkt auf dem Friedhof. Auch dieses Jahr wird Elisabeth Faust, die als Kinderkrankenschwester im Sternenkinderzentrum Odenwald die Eltern unter anderem als Trauerbegleiterin begleitet, zur Schmückaktion kommen und ein offenes  Ohr haben für diejenigen, die über ihre Erfahrungen sprechen möchten. 

Denn die gemeinsamen Stunden am Sternenkindergrab zeigen Jahr für Jahr, wie viel Kraft in der Begegnung und im Miteinander liegt: Während Kugeln an den Baum gehängt, Lichterketten und Weihnachtsschmuck befestigt werden, kommt man ins Gespräch, über Alltägliches oder über das eigene Sternenkind – und spürt die Gewissheit, mit diesem Schicksal nicht allein zu sein.