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Museum
Ein Jahrhundert Stadtgeschichte lebendig halten
Mit einem Festakt hat die Stadt Dieburg gemeinsam mit dem Förderverein Museum Schloss Fechenbach das 100-jährige Bestehen ihres Museums gewürdigt: Rund 100 Gäste kamen vergangene Woche im Gabriele-von-Fechenbach-Saal zusammen, darunter als Ehrengäste unter anderem Regierungspräsident Dr. Jan Hilligardt und der frühere Landesarchäologe und Saalburgdirektor Prof. Dr. Egon Schallmayer. Bürgermeister Frank Haus begrüßte die Gäste und eröffnete den Abend, der mit Musik auf historischen Instrumenten, einem informativen Vortrag über den römischen Mithraskult und einem anschließenden Sektempfang einen festlichen und zugleich geselligen Rahmen erhielt.
In seinem Grußwort nahm Bürgermeister Haus die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte des Museums – von der Entdeckung des Mithras-Steins im Jahr 1926 bis zur heutigen Museumsarbeit. Der Fund in der Minnefelder Seestraße hatte weit über Dieburg hinaus Aufmerksamkeit erregt und seinerzeit den Anstoß gegeben, archäologische Zeugnisse dauerhaft zu bewahren und öffentlich zugänglich zu machen. Ab 1927 wurden erste restaurierte Fundstücke in einem Raum des Rathauses gezeigt, bevor das Museum um 1950 schließlich im Schloss Fechenbach seinen Betrieb aufnahm.
Sanierung und Erweiterung des Stadt- und Kreismuseums im Jahr 2007
Mit der Sanierung und Erweiterung des Stadt- und Kreismuseums im Jahr 2007 begann ein weiteres bedeutendes Kapitel seiner Entwicklung. Dabei würdigte Bürgermeister Haus den damaligen Bürgermeister Peter Christ, der den Ausbau des Museums energisch vorantrieb, sowie die Stadtverordnetenversammlung, die das Vorhaben seinerzeit einstimmig beschlossen hatte: „Die Geschichte unserer Stadt gehört nicht in den Keller. Sie gehört in die Mitte unseres öffentlichen Lebens“, betonte Haus mit Blick auf die Bedeutung dieser Entscheidung.

Festlich dekoriert zeigte sich der Saal zum Festakt 100 Jahre Museum Schloss Fechenbach. Foto: Stadt Dieburg
Wie lebendig sich das Museum Schloss Fechenbach seitdem entwickelt hat, zeigen mehr als 60 Sonderausstellungen, die seit 2007 zusätzlich zur Dauerausstellung präsentiert wurden. Sie widmeten sich Themen aus Archäologie, Kunst und Stadtgeschichte.
Auch die Zusammenarbeit mit Schulen und dem Mediencampus der Hochschule Darmstadt trägt dazu bei, das Museum als Ort der Begegnung zwischen Geschichte, Kunst und Gegenwart zu gestalten.
Wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt
Besonders persönlich wurde das Grußwort, als Haus von seiner eigenen Verbindung zum Museum erzählte: Als Kind hatte er sonntags vormittags dort mitgeholfen. Nicht zuletzt, wie er augenzwinkernd bekannte, als willkommene Gelegenheit, den Gottesdienst zu schwänzen. Heute verbinde ihn mit dem Museum eine Verbundenheit, die über diese Kindheitserinnerung hinausreiche – als wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt und eine sinnvolle Investition in ihr gemeinsames Gedächtnis. Sein Dank galt allen, die das Museum über Jahrzehnte aufgebaut, begleitet und gefördert haben: Besonders dem Förderverein Museum Schloss Fechenbach, der die Museumsarbeit unterstützt und ihre Weiterentwicklung ermöglicht. Ebenso dankte er dem Museumsteam um Lothar Lammer für die sorgfältige Betreuung der Sammlungen, die Gestaltung der Ausstellungen und die Vermittlung der Dieburger Geschichte.
Zum Abschluss richtete Bürgermeister Haus den Blick auf die Zukunft des Museums, das auch weiterhin Menschen für die Geschichte Dieburgs begeistern, Raum für Kunst und neue Ideen bieten und für alle Generationen offenstehen soll. Seine Botschaft fasste er in einem Wunsch zusammen: „Vor hundert Jahren wurde in Dieburg ein Stück Vergangenheit ans Licht geholt. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Geschichte auch in den kommenden hundert Jahren lebendig bleibt.“

Dr. Andreas Hensen, Leiter des Lobdengau-Museums in Ladenburg: Unter dem Titel „Mithras. Der Mysterienkult an Limes, Rhein und Donau“
Ein Vortrag über den Mithraskult
Im Mittelpunkt des Programms stand ein Vortrag von Dr. Andreas Hensen, Leiter des Lobdengau-Museums in Ladenburg: Unter dem Titel „Mithras. Der Mysterienkult an Limes, Rhein und Donau“ erläuterte der Experte die Verbreitung und Bedeutung des römischen Mithraskultes, ging auf den Dieburger Mithras-Stein und das Mithräum in Dieburg ein und stellte die lokalen Funde in den größeren historischen Zusammenhang der römischen Welt. Für die musikalische Untermalung sorgte Hagen Pätzold mit Musik auf antiken und modernen Blechblas-Instrumenten, bevor die Gäste beim Sektempfang die Gelegenheit zum persönlichen Austausch nutzten.
