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Museum
„Zerbrechliche Nachbarschaft“ in Dieburg
Mit der Vorstellung des neuen Gedenkbuches „Zerbrechliche Nachbarschaft. Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen“ wird Dieburg im Frühjahr 2026 zu einem zentralen Ort der regionalen Erinnerungskultur: Das wissenschaftliche Großprojekt der Goethe-Universität Frankfurt erforscht und dokumentiert auf der Grundlage eingehender Archivrecherchen erstmals umfassend die rund 400 hessischen Synagogen – ihre Geschichte, Architektur und Ausstattung ebenso wie die Geschichte der jüdischen Gemeinden und ihrer Einrichtungen wie Rabbinat, Mikwe, Schule und Friedhof.
Der erste Band ist Ende 2025 erschienen und widmet sich unter anderem den Orten im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie den Städten Darmstadt und Offenbach. Mehrere Stadtarchive der Region – unter anderem das in Dieburg – haben an der Entstehung mitgewirkt; die Publikation ist als Open-Access-Ausgabe frei zugänglich sowie im Buchhandel erhältlich.

-Passagen des Buches „Zerbrechliche
Nachbarschaft. Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen“ werden
in Dieburg in zwei Vorträgen vorgestellt. Foto: Museum Schloss Fechenbach
Im Mittelpunkt stehen die Synagogen als Kristallisationspunkte jüdischer Geschichte in Hessen und als Orte der Begegnung zwischen jüdischer und nichtjüdischer Bevölkerung. Das Projekt beleuchtet Jahrhunderte des Zusammenlebens – geprägt von Ausgrenzung und Vertreibung, aber auch von Phasen friedlicher Koexistenz. Die Synagogen werden in diesem Projekt umfassend dargestellt: Sie machen sichtbar, wie eng religiöses Leben, gesellschaftliche Entwicklungen und lokale Geschichte miteinander verknüpft waren.
Besonderes Gewicht erhält dabei das Zusammenleben zwischen Juden und Christen, das durch Jahrhunderte von Ausgrenzung und Vertreibung, aber auch von friedlicher Koexistenz geprägt war. Darüber hinaus werden die Ereignisse und Folgen der Reichspogromnacht für die einzelnen Orte differenziert aufgearbeitet, das Schicksal der Synagogen nach 1938 und 1945 dokumentiert und Perspektiven für den heutigen Umgang mit der jüdischen Vergangenheit sowie mit den ehemaligen jüdischen Bauwerken aufgezeigt.
Zwei Vorträge in Dieburg
In zwei Vorträgen, die im Museum Schloss Fechenbach in Dieburg stattfinden, werden unterschiedliche Themen aus dem Gedenkbuch vorgestellt: Den Auftakt bildet am Freitag, 20. März 2026, um 18 Uhr ein Vortrag von Rahel Blum, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt an der Goethe-Universität Frankfurt und Co-Autorin des umfangreichen Dieburg-Artikels im Gedenkbuch. Unter dem Titel „Neue Forschungen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Dieburg“ präsentiert sie aktuelle Forschungsergebnisse zur Geschichte der Gemeinde seit dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit. Der Vortrag eröffnet neue Perspektiven auf die lokale Geschichte und ordnet Dieburg in den hessischen Gesamtkontext ein.
Im Mai folgt im Museum Schloss Fechenbach ein Vortrag von Cornelia Berger-Dittscheid, ebenfalls Mitarbeiterin des Projekts und Co-Autorin des Dieburg-Beitrags. Unter dem Titel „Synagogen in Dieburg – Baugeschichte und Architektur“ stellt sie die bauhistorischen Erkenntnisse zu den Dieburger Synagogen vor. Dabei werden nicht nur architektonische Entwicklungen sichtbar, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen, die sich in den Bauwerken widerspiegeln. Das genaue Datum wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Bedeutung für die Region
Die beiden Veranstaltungen unterstreichen die zentrale Rolle Dieburgs innerhalb der regionalen Geschichtsforschung. Durch die enge Zusammenarbeit der Stadtarchive im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit der Goethe-Universität Frankfurt wird deutlich, wie wichtig kommunale Quellenarbeit für die wissenschaftliche Aufarbeitung jüdischer Geschichte ist. Für die Region bedeutet das Projekt weit mehr als eine historische Bestandsaufnahme: Es stärkt das Bewusstsein für die vielfältigen kulturellen Wurzeln vor Ort, fördert eine differenzierte Erinnerungskultur und schafft Grundlagen für Bildung, Vermittlung und zukünftige Formen des Gedenkens.
Beginn der Vorträge im Museum Schloss Fechenbach, Eulengasse 8, ist jeweils um 18 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten per Mail an info@museum-schloss-fechenbach.de oder telefonisch unter (06071) 2002-460. Das Gedenkbuch „Zerbrechliche Nachbarschaft. Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-11-143392-9) sowie online per Open-Access als kostenloser Download: Regierungsbezirk Darmstadt: Südlicher Teil - Band 1.1
