Museum

Ausstellung: 100 Jahre Museum – 100 Jahre Mithras in Dieburg


Ein spektakulärer archäologischer Fund steht am Ursprung der Dieburger Museumsgeschichte: 1926 wurde bei Bauarbeiten in der Minnefelder Seestraße das steinerne Kultbild des römischen Gottes Mithras entdeckt, das bis heute als einer der bedeutendsten Funde dieses Kultes weltweit gilt. Die Entdeckung sorgte weit über die Region hinaus für Aufsehen. Sie führte dazu, dass die Stadt Dieburg erstmals größere Bestände römerzeitlicher Objekte in ihr Eigentum übernahm – und damit zugleich die Idee für ein eigenes Heimatmuseum entstand. 100 Jahre später widmet das Museum Schloss Fechenbach diesem besonderen Kapitel der Stadt- und Museumsgeschichte die Sonderausstellung „100 Jahre Museum – 100 Jahre Mithras in Dieburg“. Sie wird am Sonntag, 6. September 2026, eröffnet und zählt zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahres.

Der Mithras-Stein: Die Präsentation des Mithras-Steins mit Vorder- und Rückseite in der Dauerausstellung des Museums Schloss Fechenbach ist Teil des Sonderausstellungskonzepts. Foto: Stadt Dieburg

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Geschichte des Dieburger Mithras-Heiligtums und seine wissenschaftliche Erforschung. Gleichzeitig wird der Blick über Dieburg hinaus auf die Verbreitung des Mithraskultes im Römischen Reich und insbesondere im Rhein-Main-Neckar-Raum gerichtet. Zahlreiche Exponate, Informationstafeln, Pläne und historische Veröffentlichungen veranschaulichen die Fundgeschichte und geben Einblicke in die religiösen Vorstellungen und Rituale rund um Mithras.

Dabei wird deutlich, dass die Dieburger Funde Teil eines über die Region hinausreichenden archäologischen und kulturgeschichtlichen Phänomens sind. Mithras-Heiligtümer, sogenannte Mithräen, wurden an zahlreichen Orten des Römischen Reiches entdeckt – häufig in Städten und entlang wichtiger Verkehrswege. Die Sonderausstellung ordnet die Dieburger Funde in diesen größeren historischen Zusammenhang ein und zeigt, welche Spuren der Mithraskult in der römischen Welt hinterlassen hat.

Ein besonderer Bestandteil des Ausstellungskonzepts ist die Verbindung mit der Dauerausstellung des Museums. Dort können Besucherinnen und Besucher den Mithras-Stein und die Rekonstruktion des Dieburger Mithräums entdecken. Sie bilden damit den zentralen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Mithraskult und der Geschichte des Fundes.

Im Sonderausstellungsraum werden darüber hinaus unterschiedliche Formen der Rekonstruktion historischer Mithras-Funde präsentiert. Ein Highlight ist die künstlerische Interpretation eines Aspekts des Mithraskultes durch die Künstlerin Farangis Yegane. Sie entwickelte vor rund 15 Jahren im Auftrag des Museums eine Installation zum Thema Wind, die bereits in anderen Museen gezeigt wurde. Anlässlich des 100-jährigen Museumsjubiläums kehrt die Installation nun nach Dieburg zurück und wird erneut im Museum Schloss Fechenbach präsentiert.

Mit der Sonderausstellung schlägt das Museum einen Bogen von der spektakulären Entdeckung im Jahr 1926 über die Anfänge der Dieburger Museumsgeschichte bis zur heutigen Präsentation und wissenschaftlichen Einordnung des Mithras-Fundes. 100 Jahre nach seiner Entdeckung wird der Mithras-Stein damit erneut zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Geschichte – und zugleich zum Anlass, die Anfänge des Museums Schloss Fechenbach neu zu entdecken.

Die Sonderausstellung „100 Jahre Museum – 100 Jahre Mithras in Dieburg“ ist vom 6. September bis 29. November 2026 zu den Öffnungszeiten des Museums Schloss Fechenbach donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Die Vernissage am Sonntag, 6. September, beginnt um 15 Uhr. 
Weitere Informationen zur Sonderausstellung und zu den Veranstaltungen im Jubiläumsjahr gibt es auf der Website des Museums www.museum-schloss-fechenbach.de sowie im Museum Schloss Fechenbach, Eulengasse 8, Telefon (06071) 2002-460 sowie per Mail an info@museum-schloss-fechenbach.de.